Dein Erstgespräch
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Heute geht es endlich los mit der neuen Interviewreihe „6 Fragen an…“. Schon lange möchte ich diese starten, doch die Zeit schien bisher nicht reif. Jetzt ist es soweit! Ab heute veröffentliche ich auf dem Blog regelmäßig Interviews von Menschen, die ihr Leben bewusst und sinnerfüllt gestalten.

Los geht es mit Mark Poppenborg. Er war der ausschlaggebende Inspirationsgeber für mein Paleo-Experiment. Doch nicht nur das. Kennengelernt haben wir uns über das von ihm initiierte Netzwerk intrinsify.me. Ich habe bereits an 7 Wevents teilgenommen und diese haben meine Vorstellung von der Arbeitswelt grundlegend verändert. Auch ein Unternehmen, das wirtschaftlich arbeitet, kann Sinn stiften. Und zwar nicht nur für die Kunden, sondern vor allem auch für die Menschen, die dort arbeiten.

Gemeinsam mit Lars Vollmar hat er eine E-Mail Challenge für mehr Selbstverwirklichung im Job entwickelt. Sie hilft dir herauszufinden, wo du beruflich stehst, wo du hinwillst und was du brauchst, um dahin zu kommen. Der Ansatz ist ganz anders als meine eigene Arbeit – ein Grund, warum wir uns gegenseitig so schön inspirieren können. Hier gehts zur Anmeldung.

 

Mark, wie startest du morgens in deinen Tag, damit du diesen in vollen Zügen genießen kannst?

Da habe ich ein ziemlich striktes Ritual, mit dem ich nur in Ausnahmefällen breche und das immer dieser Reihenfolge folgt:

  • Aufstehen zwischen 7 – 7.30 Uhr bzw. nach ca. 8 Stunden Schlaf.
  • Ölziehen mit einem EL Sesamöl.
  • 1-2 Gläser Wasser trinken.
  • 30-60 Minuten stark variierende Bewegungen bestehend aus einer Mischung von Meditation, Yoga, Dehnen, Bodyweight-Training, Ausdauer oder Sprinttraining (letzteres als Impuls ca. 1x/Woche).
  • Kalte Dusche.
  • Bewusst stark variierendes Frühstück: Mal mit Eiern, mal nur ein Smoothie, mal ein Steak und immer öfter gar nichts (aber immer Paleo).
  • Fokusphase in der ich ein Thema für 50-60 Minuten bearbeite, dass ich an dem Tag geschafft haben will.

Sinn ist ein großes Wort, das für viele Menschen kaum greifbar ist. Was gibt deinem Leben einen Sinn?

Wow, hast Du einen Rotwein? Die Kurzform meiner Antwort wäre: Das Leben ist sein eigener Sinn. Am liebsten würde ich behaupten können, dass es mir ausschließlich darum geht, viele schöne Momente zu sammeln und keinem fremden Programm folgen zu müssen. Dem komme ich immer näher, aber angekommen bin ich noch nicht.
Ich gönne mir zum Beispiel regelmäßig irgendwelche Kurztrips, probiere neue Sportarten aus, setze mir irgendwelche sportlichen Ziele und richtig gerne hinterfrage ich Bestehendes. Solange ich diese Dinge machen kann, hat mein Leben einen Sinn.

Welchen Tipp würdest du einem besten Freund geben, wenn es darum geht sein Leben bewusst und sinnerfüllt zu gestalten?

Ich weiß, dass für mich die meisten Belastungen aus fehlender Selbstbestimmung rühren. Jeder Besitz, jede Beziehung, jeder Termin, jedes Engagement, das sich wie eine Verbindlichkeit anfühlt, belastet mich. Dieser Fremdbestimmer kann ich mir inzwischen bewusst werden und dann entsprechend reagieren. Das heißt, der wesentliche Erfolgsfaktor ist aktive Selbstreflektion, damit man überhaupt versteht, welche Gefühle wie hervorgebracht werden. Und die kann man üben.
Deshalb würde ich mich in der Versuchung zügeln, meinem besten Freund irgendwelche konkreten Tipps zu geben. Stattdessen würde ich versuchen, ihm gute Aufgaben zur Selbstreflexion oder Fragen zu stellen. So wie Du das auch tust und wie wir es bei intrinsify.me tun. Man kann Menschen nur bei der Selbstreflektion helfen, ein Rezept gibt es nicht.

Woran hast du erkannt, dass dir das Leben noch mehr zu bieten hat und wie hast du es geschafft, dieser Erkenntnis zu folgen?

Wie bei vermutlich fast jedem, eine persönliche Krise. Ich war acht Monate in Asien auf Reisen und bin nach meiner Rückkehr in ein tiefes Loch gefallen. Rausgekommen bin ich, indem ich mir der Mechanismen bewusst geworden bin, die zu meiner Unzufriedenheit führten. Im wesentlichen, wie gesagt, Fremdbestimmung. Ich war damals zum Glück nie depressiv, aber weit davon entfernt wahrscheinlich auch nicht.

Wer oder was inspiriert dich?

Geschichten von erfolgreichen Menschen und Ereignissen inspirieren mich. Leider. Denn ich sehe darin eine große Gefahr. Sie sind wie eine Droge. Sie vernebeln den Blick. Nehmen wir Skater- und Unternehmerlegende Titus Dittmann. Was für ein Typ. Der hat Durchhaltevermögen und glaubt an seine Idee. Das muss der Grund für seinen Erfolg sein. Wäre ich doch nur so wie er.

Das ist natürlich Quatsch. Es gibt tausende Unternehmer, die Durchhaltevermögen haben und an ihre Idee glauben. Trotzdem sind sie jetzt pleite. Sie können bloß keine Geschichte mehr erzählen bzw. keiner kann ihre Geschichte hören. Man kennt sie ja nicht. Titus Dittmann hatte einfach Glück und die anderen hatten Pech. Das hört man nicht gerne, weil es den Einzelnen unwichtig macht. Doch eine solche, sehr stoische Haltung hilft beim Klaren denken. Menschen lieben schöne Geschichten. Deshalb glauben ja beispielsweise viele, Banker seien böse Menschen und Entwicklungshelfer gute. Oder dass Bildung die Voraussetzung für Fortschritt in Afrika sei. Solche Denkfallen inspirieren und sind verlockend. Sie sind so herrlich einfach. Sie sprechen unsere Emotionen an. Ich habe auch nichts gegen Emotionen. Im Gegenteil, sie sind ein großer Teil von mir. Aber sie sind nicht geeignet in einer komplexen Welt, Erkenntnisse zu gewinnen oder rationale Entscheidungen zu treffen.

Bitte ergänze deine Assoziationen zu den folgenden 5 Begriffen:

Lächeln – passiert mir regelmäßig komplett unkontrolliert

Glück – die Ursache der meisten Erfolge

Arbeit – die Ausübung einer Tätigkeit mit Wirkung (weshalb man oft gar nicht arbeitet, wenn man meint man täte es)

Gefühle – ein wichtiger Teil von mir, der nicht von anderen abhängig sein sollte

Alltag – Langeweile

Ganz herzlichen Dank, lieber Mark, für deine Zeit und deine wertvollen Impulse!

P.S. Es gibt jemanden, dessen Antworten du auf diese Fragen gern wüsstest? Schreib mich an und ich werde versuchen, es möglich zu machen!

 

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