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Letztens habe ich einige Tage mit Freunden in Holland verbracht. Das Wetter war eher mittelmäßig und so lagen die Badesachen im Hotelzimmer, als wir uns zu einem Spaziergang an den Strand gewagt haben. Es hat genieselt und war recht frisch. Doch irgendwie kam der Wunsch in mir auf, ins Meer zu hüpfen. Ich habe meine Gedanken ausgesprochen und die Mädels sagten: “Mach doch“. “Mmmm… Nee. In Unterwäsche? Ich hab doch gar kein Handtuch dabei. Das lass ich lieber.”

Doch der Wunsch ließ mich nicht los und eine Stunde später war ich soweit. Erst bin ich etwas zaghaft ins Wasser gestiegen – was, wenn mich hier jemand in Unterwäsche sieht?! Außerdem war es verdammt kalt. “Tauch unter” rief es vom Strand. Nach einigen Minuten, während denen das Wasser um den Bauchnabel herumschwappte, habe ich all meinen Mut zusammengerissen und bin untergetaucht. Dieses Gefühl, als das Wasser sich um meinen Körper schmiegte war überwältigend. Und doch gar nicht so kalt wie es zunächst schien. Zurück am Strand habe ich mich von der Luft trocknen lassen. Mein Körper wurde ganz warm und alles hat gekribbelt. Es war ein unglaubliches Gefühl von Lebendigkeit und stolz. Ja – ich bin meinem Impuls nachgegangen und das hat verdammt gut getan!

Gut getan hat es aus zwei Gründen:

1. Es tut mir einfach gut, wenn ich im Meer schwimme. Es vermittelt mir Leichtigkeit und ein Gefühl von Freiheit sowie Eins Sein mit der Natur.

2. Ich habe meine Komfortzone verlassen und das hat mein Selbstvertrauen sowie das Vertrauen ins Leben unmittelbar gestärkt. Und auf diesen Punkt möchte ich in dem heutigen Artikel näher eingehen!

Deine Komfortzone

Komfortzone – das ist der Bereich, in dem wir uns normalerweise bewegen. Die Zone, in der wir uns wohlfühlen, weil wir sie kennen. Zum Beispiel auf dem Sofa mit Chips und DVD. Oder der Sport-Kurs, den wir seit Jahren regelmäßig besuchen. Oder Abläufe bei der Arbeit, “die schon immer so gemacht wurden”. Innerhalb der Komfortzone kommt es selten zu Überraschungen.

Am Rande der Komfortzone wird es dann schon spannend. Wir fühlen uns etwas unsicher, werden vielleicht nervös oder haben ein bisschen Respekt vor dem, was da passiert.

Außerhalb der Komfortzone ist dann der Bereich, in dem wir überhaupt nicht wissen, was uns erwartet. Es ist vollkommenes Neuland, das uns entweder wahnsinnige Angst einjagt oder unglaublich neugierig macht. “This is where the magic happens” heißt es so schön. Es braucht Mut, sich in diesen Bereich vorzuwagen und manchmal einen kleinen Schubs, wie zum Beispiel “Mach doch”.

Die Grenzen der Komfortzone verlaufen sehr individuell. Manche verlassen ihre Komfortzone, wenn sie einen Kollegen um Hilfe bitten, andere wenn sie einen Fallschirmspring wagen und wieder andere, wenn sie alleine in einem Restaurant zu Abend essen.

Beim Verlassen der Komfortzone ist es wichtig, sensibel mit sich umzugehen, wie das folgende Beispiel aus meinem Leben zeigt: Vor einigen Jahren wollte ich eine Gruppe von Jugendlichen in den Kletterwald begleiten. Höhe hat mir schon immer Respekt eingeflößt, doch dieses Gefühl habe ich vollkommen ignoriert. “Stell dich nicht so an” raunzte meine innere Stimme. Oben auf dem Baum angekommen wurde mir total übel und ein unüberwindbares Panikgefühl stieg in mir auf. Ich musste sofort wieder runter. Der Schreck sitzt so tief, dass sich meine Höhenangst dadurch verfestigt hat. Hätte ich auf meine innere Stimme gehört und mich entsprechend darauf vorbereitet, wäre das nicht passiert. Was dabei zu beachten ist, erläutere ich weiter unten. Hier zunächst Gründe, warum es wichtig ist die Komfortzone immer ma wieder zu verlassen.

Außerhalb der Komfortzone fühlen wir uns lebendig und können wachsen

Unsere Komfortzone ist überlebenswichtig. Wenn wir ständig in Angst oder voller Adrenalin leben, dann wären wir nach einigen Wochen so erschöpft, dass wir überhaupt nicht mehr handeln könnten. Wohlfühlzonen schenken uns die Möglichkeit Kraft zu tanken, Dinge routinemäßig und damit schneller zu erledigen und uns zu entspannen. Halten wir uns jedoch nur noch in der Komfortzone auf, dann werden wir unsicher, stur und unflexibel. Es kommt Langeweile auf, die frustriert. Wir erstarren und tun uns unglaublich schwer mit Veränderungen, die in unser Leben treten – ob wir das wollen oder nicht. Daher ist es wichtig, die eigene Komfortzone immer mal wieder zu verlassen!

Am Rande oder außerhalb deiner Komfortzone kannst du

  • über dich hinauswachsen
  • deinen Erfahrungshorizont und damit deinen Handlungsspielraum erweitern
  • neue Fähigkeiten entwickeln
  • dein Selbstvertrauen und das Vertrauen ins Leben stärken
  • besondere Glücksmomente erleben, von denen du noch deinen Enkelkindern erzählen wirst
  • Schwung in dein Leben bringen und dich vom Alltag erholen
  • mutiger werden und dadurch ferne Träume in Reichweite holen
  • Flexibel und mit Leichtigkeit auf Veränderungen und Neues reagieren
  • dich selbst und das Leben zu spüren

Wie du deine Komfortzone verlassen kannst

Um die Komfortzone zu verlassen, ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, wie deine Komfortzone aussieht. Male dir einen Kreis auf einen Zettel und schreibe alle Tätigkeiten und Dinge hinein, bei denen du dich wohlfühlst, die Routine und somit bekannt sind. Zum Beispiel deine Wohnung, deine engsten Freunde, der Weg zur Arbeit, dein Lieblingsurlaubsort, dein Haushalt, die Runde um den Block, dein Standardsupermarkt, deine Hobbies, dein Lieblingsrestaurant. Um den Kreises schreibst du die Dinge, die außerhalb deiner Komfortzone liegen. Zum Beispiel: Fallschirmspringen, fremde Menschen in der Stadt ansprechen, im Supermarkt tanzen, auf dem Domvorplatz ein Lied singen, ohne Hotelreservierung in den Urlaub fahren, einen Termin bei der Arbeit absagen, dich bei einem Singleportal anmelden, nackt baden gehen, etwas essen, was du noch nie probiert hast, dir einen neuen Job suchen …

Jetzt überlege dir: Welche der Dinge, die außerhalb deiner Komfortzone liegen, machen dich wirklich neugierig? Wobei kribbelt es dich regelrecht unter den Fingern? Was wolltest du schon immer mal tun, doch du hast dich bisher nicht getraut? Picke eine Sache heraus, und schaue, was du dafür brauchst.

Möglicherweise ist es ein Freund, der dich dabei unterstützt und dir Mut macht. Vielleicht kannst du das Vorhaben in kleine Schritte einteilen und dich so Stück für Stück herantasten. Vielleicht ist es auch eine Belohnung, die du dir im Anschluss gönnst. Egal auf welche Unterstützung du zurückgreifst, um deine Komfortzone zu verlassen – es wird dein Leben bereichern!

Falls du dich dann immer noch nicht wagst, kannst du aufschreiben, was das Schlimmste ist, was passieren kann. Das relativiert deine Ängste und Sorgen, die sich gern künstlich aufbauschen. Und du kannst dir vorstellen, wie du dich fühlen wirst, wenn du den Schritt gewagt hast. Lasse Bilder vor deinem Auge auftauchen, wie es sein wird, diese Erfahrung zu machen und durchlebe das Ganze schon mal in deiner Phantasie. So wird die Erfahrung vorab ein Stückchen lebendiger und kann eine Sogwirkung entwickeln.

Meine Komfortzonen-Erweiterungs-Projekte:

Auch ich habe einige Dinge auf meiner Liste, die mich definitiv an den Rand meiner Komfortzone bringen und die ich bis Ende des Jahres ausprobieren möchte. Hier ein kleiner Ausschnitt

  • Ein Abend allein in einer Bar
  • Ein Nachmittag mit einem Free Hug Ballon in der Stadt
  • Besuch eines Tanzkurses
  • Ein spontaner Tag am Meer
  • Akquise für das Kartenspiel (hier habe ich schon unendliche Erfahrungen gesammelt, dennoch kostet es mich immer wieder Überwindung bei Hotels, Kooperationspartnern oder Unternehmen anzurufen)
  • Ein Training auf Englisch [erfüllt am 07.08.14]
  • Kunden bitten, meine Angebote weiterzuempfehlen
  • Ausflug in den Hochseilgarten [erfüllt am 02.08.14]
  • Einen Auftritt in TV und / oder Radio [erfüllt am 02.09.14]

Ich werde berichten und freue mich, wenn auch du deine Projekte und Erfahrungen als Kommentar unter dem Artikel teilst. So können wir uns gegenseitig Mut und das Leben lebenswerter machen!

Herzlichst,

deine Katrin

 

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