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Alaaf! Hier im Rheinland und anderswo in der Welt befinden wir uns mitten in der 5. Jahreszeit. Es wird gefeiert, getanzt, geschunkelt, gesungen, gelacht. Oder geflüchtet. Nicht jeder ist so jeck wie ich – und auch ich hatte Zeiten, wo ich durchaus weniger  jeck war als dieses Jahr. Der Karneval hat seinen Weg zurück in mein Leben erobert und ich feiere aus vollem Herzen!

Dennoch möchte ich euch den Blogartikel der Woche nicht vorenthalten. Beim Stöbern nach dem passenden Thema für heute bin ich über das Kölsche Grundgesetz gestolpert. Es enthält 10 Artikel, in denen mehr Wahrheit steckt, als der Titel vermuten lässt. So simpel, wie der Kölner sie ausdrückt, so wirkungsvoll sind sie im Alltag. In diesem Artikel möchte ich dir das Gesetz vorstellen und Anregungen geben, wie du die einzelnen Artikel im Alltag leben kannst.

Das kölsche Grundgesetz

Artikel 1: Et es wie et es. Es ist, wie es ist oder Nimm die Dinge, wie sie sind.

Es gibt Dinge, die kannst du verändern. Vielleicht sogar mehr, als du denkst. Und es gibt Dinge, die kannst du nicht verändern. Zum Beispiel alles, was den Gesetzen der Natur unterliegt. Wenn es regnet, regnet es. Da kannst du dich drüber ärgern oder es einfach so nehmen wie es ist. Reinhold Niebuhr bringt das in seinem Zitat schön auf den Punkt:

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Das nächste Mal, wenn du dich über etwas ärgerst, dann prüfe – kann ich es verändern? Und wenn nein: Nimm es, wie es ist und versuche die positiven Seiten zu erkennen.

Artikel 2: Et kütt wie et kütt. Es kommt, wie es kommt oder Habe keine Angst vor der Zukunft

Wir können einiges tun, um das, was kommt, aktiv zu gestalten. Irgendwann ist jedoch der Punkt gekommen, da darf man loslassen und darauf vertrauen, dass alles gut wird. Zum Beispiel wenn du dich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitest. Du kannst Informationen über die Firma sammeln, Fragen vorbereiten und mit einer positiven Einstellung in das Gespräch gehen. Doch dann kommt es, wie es kommt. Du weißt nicht, welche Fragen dir dein Gesprächspartner stellen wird und ob dir die passenden Antworten dazu einfallen. Ich habe die Erfahrung gemacht: Je mehr ich darauf vertraue, dass alles gut wird, desto größer steigen die Chancen, dass es dann auch tatsächlich so ist.

Artikel 3: Et hätt noch emmer joot jejange. Es ist bisher noch immer gut gegangen oder Lerne aus der Vergangenheit

Aus der Vergangenheit zu lernen heißt, zu schauen: was hat gut funktioniert und was nicht? Was kann ich aus meinen Fehlern und Erfolgen lernen? Was möchte ich jetzt verändern, um meinem Lebenstraum ein Stückchen näher zu kommen? Ist es überhaupt noch der gleiche Lebenstraum, wie vor einigen Jahren?

Ich empfehle dir, ab und zu Innezuhalten und die Zeit Revue passieren zu lassen, um dir genau diese Fragen immer mal wieder zu stellen. Es ermöglicht dir, zu erkennen, wo du gerade stehst, wie du da hingekommen bist und welchen nächsten Schritt du von dort gehen kannst.

Artikel 4: Wat fott es, es fott. Was fort ist, ist fort oder Jammer den Dingen nicht nach.

Kennst du eine der folgenden Situationen: Du sitzt in der Bahn und lässt dein Buch liegen. Du bist gerade aus dem Urlaub zurück, aber viel lieber da geblieben. Du hattest eine wundervolle Partnerschaft, doch irgendwas ging schief und jetzt ist der Partner weg. Es gibt nicht nur Dinge, denen wir nachjammern können – auch Momente oder Menschen, die wir uns sehnlichst zurück wünschen. Doch manchmal gilt: ‘wat fott es, es fott’.

Wenn du erkennst, dass es sich nicht mehr lohnt zu kämpfen und erst Recht nicht lohnt zu jammern, dann kannst du akzeptieren, dass “es fott es”. Diese Phase braucht meist seine Zeit, doch wenn du an dem Punkt angekommen bist, dann öffnen sich plötzlich neue Möglichkeiten, die aus dem Jammertal nicht sichtbar sind.  Welchen Dingen jammerst du noch nach? Was kannst du tun, um sie liebevoll loszulassen?

Artikel 5: Et bliev nix wie et wor. Es bleibt nichts wie es war oder Sei offen für Neuerungen.

Veränderungen – ein Thema, dem viele gerne aus dem Weg gehen. Doch wie Heraklit sagt: “Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.” Wie kannst du dich für Neuerungen öffnen?

Lege den Fokus auf die positiven Seiten einer Veränderung. Manchmal muss man den positiven Aspekt ein wenig suchen. Doch aus eigener Erfahrung weiß ich – es gibt sie immer, diese positive Seite. Wenn ich sie alleine nicht finde, dann spreche ich mit anderen Menschen. Diese zeigen mir neue Perspektiven und Sichtweisen auf.

Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet. Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit oder Sei kritisch, wenn Neuerungen Überhand nehmen.

Manchmal nehmen Veränderungen jedoch überhand. Insbesondere in Unternehmen scheinen Umstrukturierungen Alltag zu sein. Ob diese immer alle sinnvoll sind, wage ich zu bezweifeln. Schaue genau hin, welche Veränderung sich lohnt und wo es sinnvoll sein kann, alles beim Alten zu belassen. Vertraue auf dein Bauchgefühl, wenn du dir unsicher bist oder suche auch dann wieder das Gespräch mit einer Vertrauensperson.

Artikel 7: Wat wells de maache? Was willst du machen? oder Füge dich in dein Schicksal.

Das Wort “Schicksal” beinhaltet “schicken”. Schicksal bedeutet für mich etwas, das mir geschickt wurde. Ähnlich wie Zufall für mich bedeutet, dass mir etwas “zugefallen” ist. ‘Füge dich in dein Schicksal’ meint also, sich dem Fluss des Lebens hinzugeben und sich für Dinge zu öffnen, die einem “geschickt” werden. Auch, wenn das, was einem geschickt wird, im ersten Moment nicht immer attraktiv erscheint. Aus eigener Erfahrung weiß ich – alles hat seinen Sinn. Wenn du dich deinem Schicksal fügst und den Sinn in den Dingen erkennst, dann eröffnen sich ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten.

Das heißt jedoch nicht, sich nur dem Schicksal zu überlassen. Wir haben durchaus enorme Gestaltungsspielräume. Je nachdem mit welcher Einstellung und welchen Vorstellungen von der Wahrheit du in die Welt blickst, werden dir andere Dinge ‘geschickt’. Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel.

Artikel 8: Maach et joot, ävver nit zo off. Mach es gut, aber nicht zu oft oder Achte auf deine Gesundheit.

Die Gesundheit – egal ob körperlich oder psychisch – ist unser wichtigstes Gut. Meistens nehmen wir diese jedoch als selbstverständlich an und merken erst, wie wertvoll sie ist, wenn wir krank sind. Möchtest du so lange warten?

Tue gleich jetzt etwas für deine Gesundheit und trinke einen großen Schluck Wasser. Das erfrischt den Geist, erhöht den Sauerstoffgehalt in deinem Blut und füllt deine Flüssigkeitsreserven auf – meist sind diese nämlich unterversorgt. Außerdem kannst du dich gleich jetzt räkeln und sträkeln, deine Glieder in alle Richtungen ausdehnen und dabei tief und kräftig in deine Lungen atmen. Spürst du diesen kleinen Energiekick? Er wirkt sofort! Wie kannst du mehr davon in deinen Alltag einbauen?

Artikel 9: Wat soll dä Quatsch? Was soll das sinnlose Gerede? oder Stell immer die Universalfrage.

Als kleine Kinder waren wir Meister darin zu Fragen “Warum?” Wir wollten alles wissen, verstehen und haben alles hinterfragt. Irgendwann hört das auf. Spätenstens in der Schule, wenn ein Lehrer uns sagt, wie die Welt funktioniert und was richtig und  falsch ist. Das ist fatal, denn dann beginnen wir Glaubenssätze, Erwartungen, Einstellungen anderer Menschen ungefiltert zu übernehmen.

Dieser Artikel möchte dich dazu motivieren, Entscheidungen, Aussagen, Tatsachen zu hinterfragen. Wozu dient das? Ist das wirklich so? Macht das Sinn? Stell dir vor, du entlarvst nur eine Sache am Tag, die so eigentlich keinen Sinn macht und nutzt diese Erkenntnis, sie zu verändern. Dein Leben wird sich revolutionieren – und zwar positiv!

Artikel 10: Drink doch ejne met. Trinke einen mit oder Sei gastfreundschaftlich.

Erst diese Woche habe ich einen Artikel auf Zeit zu Leben gelesen, in dem die Ergebnisse einer Studie zum Thema “Was macht ein gelungenes Leben aus” vorgestellt wurden. Das verblüffende Ergebnis: “Der mit Abstand wichtigste Faktor für ein gelungenes Leben ist die Qualität der Beziehung zu den Mitmenschen.” Oder doch nicht so verblüffend? Welches sind die besonderen Momente deines Lebens, die du fest in dein Herz eingeschlossen hast? Aller Wahrscheinlichkeit nach, waren oftmals andere Menschen daran beteiligt. Und zwar Menschen, die dir am Herzen liegen. Lade diese ab und zu mal ein. Es muss ja nicht gleich ein 5 Gänge Menü werden – vielleicht reicht ein leckerer Tee und die gemeinsame Zeit, die ihr euch gegenseitig schenkt.

Artikel 11: Da laachste dich kapott. Da lachst du dich kaputt oder nimm es mit Humor.

Zum Abschluss ein sehr schöner Artikel, wie ich finde. Lachen schenkt nicht nur Bauchmuskeln, sondern setzt einen Haufen Glücksgefühle frei. Wenn du merkst, dass du mal wieder in alte Muster verstrickt bist oder mit Hängen und Würgen etwas versuchst, was irgendwie nicht so richtig will, dann nimm es mit Humor. Hier findest du eine Liste mit 66 Punkten, wie du andere zum Lächeln bringst, wenn diese eine Portion Humor gebrauchen können.

 

Im Nachhinein kann ich feststellen – diesen Artikel zu schreiben ist mir gar nicht so leicht gefallen. Die einzelnen Artikel kann man sehr individuell auslegen und die Abgrenzung ist nicht immer ganz leicht. Ich hoffe dennoch, dass ihr einige Impulse mitnehmen könnt. Welcher Artikel spricht dich am Meisten an und was wirst du tun, um ihn in dein Leben einzubauen? Ich freue mich sehr auf eure Kommentare!

Herzlichst,

Katrin

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